KI & GEO

KI-Sichtbarkeit testen: In 10 Minuten prüfen, ob ChatGPT, Perplexity & Gemini Sie empfehlen

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 28. Juni 2026

Immer mehr Kunden fragen KI-Assistenten statt Google, wenn sie einen Anbieter suchen. Ob Ihre Firma in diesen Antworten vorkommt, können Sie selbst prüfen – ohne Software, ohne Vorkenntnisse. Diese Anleitung liefert Ihnen ein fertiges Prompt-Set, ein Auswertungsraster und die Einordnung der typischen Befunde.

900M
wöchentlich aktive ChatGPT-Nutzer (OpenAI, Feb. 2026)
900M
monatliche Nutzer der Gemini-App (Google I/O, Mai 2026)
780M
Perplexity-Anfragen allein im Mai 2025

Kurz erklärt

KI-Sichtbarkeit testen bedeutet, KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity und Gemini gezielt die Fragen zu stellen, die Ihre Kunden stellen würden – und die Antworten systematisch auszuwerten: Wird Ihre Firma genannt? Sind die Angaben korrekt? Wird Ihre Website als Quelle verlinkt? Dafür genügen fünf bis sieben standardisierte Prompts, jeweils in einer neuen, leeren Unterhaltung gestellt. Das Ergebnis zeigt Ihnen in etwa zehn Minuten, ob Sie in der KI-Suche stattfinden oder ob Wettbewerber die Empfehlungen dominieren.

Warum Sie Ihre KI-Sichtbarkeit prüfen sollten

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: OpenAI meldete im Februar 2026, dass ChatGPT 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer erreicht hat. Google gab auf der I/O im Mai 2026 bekannt, dass die Gemini-App auf über 900 Millionen monatliche Nutzer gewachsen ist. Und Perplexity verarbeitete nach Angaben des CEO bereits im Mai 2025 rund 780 Millionen Anfragen in einem einzigen Monat. Ein relevanter Teil dieser Anfragen sind kommerzielle Fragen: Welcher Anbieter, welches Produkt, welche Dienstleistung ist die richtige?

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Suche: KI-Systeme geben keine Liste mit zehn Links aus, sondern eine formulierte Antwort mit wenigen konkreten Empfehlungen. Wer dort nicht vorkommt, existiert für den Fragenden nicht – es gibt keine „Seite 2", auf die man rutschen könnte. Und anders als bei Google merken Sie den Verlust nicht direkt in Ihren Statistiken: Der Kunde, der bei ChatGPT nach einem Anbieter fragt und Ihren Wettbewerber empfohlen bekommt, taucht in Ihrer Website-Analyse nie auf.

Genau deshalb ist der Selbsttest so wertvoll: Er macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. Die fachliche Grundlage dahinter – wie KI-Systeme Quellen auswählen und was man dafür optimieren kann – erklärt unser Ratgeber Was ist GEO? im Detail.

Die Vorbereitung: So testen Sie sauber

Damit der Test aussagekräftig wird, sollten Sie drei Grundregeln beachten. KI-Antworten sind nicht deterministisch – dieselbe Frage kann leicht unterschiedliche Antworten erzeugen. Mit sauberer Methodik gleichen Sie das aus:

  • Neue Unterhaltung pro Frage: Starten Sie für jeden Prompt einen frischen Chat. Vorherige Nachrichten beeinflussen die Antwort – wenn Sie zuvor über Ihre eigene Firma gesprochen haben, ist das Ergebnis verzerrt.
  • Mindestens zwei Systeme testen: ChatGPT, Perplexity und Gemini greifen auf unterschiedliche Datenbasen zurück. Ein Ergebnis in einem System sagt wenig über die anderen aus. Perplexity und Gemini sind ohne Anmeldung nutzbar, ChatGPT mit kostenlosem Konto.
  • Wichtige Fragen wiederholen: Stellen Sie die zentrale Empfehlungsfrage zwei- bis dreimal in leicht abgewandelter Formulierung. Erst wenn Ihre Firma wiederholt fehlt oder wiederholt genannt wird, ist das ein belastbarer Befund.

Merksatz: Testen Sie so, wie Ihre Kunden fragen – in Alltagssprache, ohne Ihren Firmennamen in der ersten Frage zu erwähnen. Nur so sehen Sie, ob die KI von selbst auf Sie kommt.

Das Prompt-Set: 7 Fragen zum Nachmachen

Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Branche, Stadt und Ihren Firmennamen. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst die neutralen Empfehlungsfragen (ohne Ihren Namen), dann die Fragen zur Marke, zuletzt die Quellen-Nachfrage.

1

Die lokale Empfehlungsfrage

„Empfiehl mir einen guten [Branche, z. B. Steuerberater / KFZ-Gutachter / Elektriker] in [Stadt]. Welche Anbieter kommen infrage und warum?"

Das ist die wichtigste Frage im Test – sie entspricht der klassischen Kundenanfrage. Notieren Sie, welche Anbieter genannt werden und in welcher Reihenfolge.

2

Die Variante mit Kaufkriterium

„Ich suche einen [Branche] in [Stadt/Region], der [wichtiges Kriterium, z. B. kurzfristige Termine anbietet / auf Mittelstand spezialisiert ist]. Wen empfiehlst du?"

Reale Anfragen enthalten fast immer ein Kriterium. Wenn Sie hier fehlen, obwohl Sie das Kriterium erfüllen, findet die KI diese Information auf Ihrer Website nicht.

3

Der Anbieter- oder Produktvergleich

„Vergleiche die bekanntesten Anbieter für [Leistung/Produkt] in [Region]: Stärken, Schwächen, Zielgruppen."

Vergleichsfragen zeigen, wie die KI den Markt sortiert – und ob sie Sie überhaupt als Marktteilnehmer wahrnimmt.

4

Die Markenfrage

„Wer ist [Ihr Firmenname] aus [Stadt]? Was macht das Unternehmen?"

Jetzt prüfen Sie das Wissen über Ihre Marke. Achten Sie auf jedes Detail: Leistungen, Standort, Ansprechpartner, Alleinstellungsmerkmale. Fehler hier sind ein deutliches Warnsignal.

5

Die Eignungsfrage

„Für wen lohnt sich [Ihr Firmenname]? Welche Leistungen bietet das Unternehmen an und was unterscheidet es von anderen Anbietern?"

Diese Frage deckt auf, ob die KI Ihr Angebot versteht oder nur oberflächlich wiedergibt – entscheidend dafür, ob sie Sie in Empfehlungen einordnen kann.

6

Die typische Kundenfrage

„[Die Frage, die Ihnen Kunden am häufigsten stellen – z. B. ‚Was kostet ein KFZ-Gutachten nach einem Unfall?' oder ‚Wie läuft eine Dachsanierung ab?']"

Bei Wissensfragen zitieren KI-Systeme gerne Ratgeberinhalte. Wenn Ihre Website solche Fragen beantwortet, sollte sie hier als Quelle auftauchen können.

7

Die Quellen-Nachfrage

Als Anschlussfrage in derselben Unterhaltung: „Auf welche Quellen stützt du diese Empfehlung? Nenne die Websites."

So sehen Sie, welche Websites die Antwort geprägt haben – Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Wettbewerber-Seiten oder im besten Fall Ihre eigene Website.

Das Auswertungsraster: So bewerten Sie die Antworten

Bewerten Sie jede Antwort anhand von fünf Kriterien. Eine einfache Tabelle mit den Spalten „ja / teilweise / nein" pro System und Prompt genügt vollkommen:

Prüfkriterium Leitfrage Gutes Zeichen
Nennung Wird Ihre Firma in den Empfehlungsfragen (Prompts 1–3) genannt? Nennung in mehreren Systemen, auch bei wiederholter Frage
Korrektheit Stimmen Leistungen, Standort und Details in den Markenfragen (Prompts 4–5)? Keine veralteten oder erfundenen Angaben
Quelle Wird Ihre eigene Website als Quelle verlinkt (Prompt 7)? Ihre Domain erscheint unter den zitierten Quellen
Kontext Wie werden Sie beschrieben – als erste Empfehlung, als eine Option unter vielen, mit Einschränkungen? Positive, konkrete Beschreibung mit Alleinstellungsmerkmal
Konsistenz Sind die Ergebnisse über ChatGPT, Perplexity und Gemini hinweg ähnlich? Stabile Nennung über mehrere Systeme und Wiederholungen

Merksatz: Machen Sie von jeder Antwort einen Screenshot mit Datum. Wenn Sie in drei Monaten erneut testen, haben Sie einen belastbaren Vorher-Nachher-Vergleich.

Typische Befunde – und was sie bedeuten

In der Praxis wiederholen sich vier Muster. Ordnen Sie Ihr Testergebnis ein:

Befund 1: Sie werden gar nicht genannt

Der häufigste Befund bei kleinen und mittleren Unternehmen. Die KI kennt Ihre Firma entweder nicht oder findet keine zitierfähigen Aussagen über sie. Typische Ursachen: Die Website beschreibt Leistungen nur vage („Ihr Partner für individuelle Lösungen"), es fehlen strukturierte Daten, oder es gibt kaum externe Erwähnungen in Verzeichnissen, Portalen und Fachmedien. Die gute Nachricht: Genau hier lässt sich mit gezielter Optimierung am meisten bewegen – wie das geht, zeigt unser Ratgeber In ChatGPT gefunden werden.

Befund 2: Sie werden genannt, aber mit falschen Angaben

Die KI kennt Sie, gibt aber veraltete Leistungen, falsche Standorte oder erfundene Details wieder. Das ist gefährlicher als gar keine Nennung, denn potenzielle Kunden treffen Entscheidungen auf Basis dieser Fehlinformationen. Ursache sind meist widersprüchliche Angaben im Netz: alte Verzeichniseinträge, nicht gepflegte Portalprofile oder eine Website, die zentrale Fakten nirgends klar benennt. Erste Maßnahme: alle öffentlichen Profile vereinheitlichen und die korrekten Fakten prominent und maschinenlesbar auf der eigenen Website verankern.

Befund 3: Wettbewerber dominieren jede Antwort

Bei jeder Empfehlungsfrage erscheinen dieselben zwei, drei Mitbewerber – Sie nicht. Fragen Sie mit Prompt 7 nach den Quellen: Häufig zeigt sich, dass die Wettbewerber in Bewertungsportalen stärker vertreten sind, klarere Inhalte auf ihren Seiten haben oder in Branchenübersichten auftauchen, in denen Sie fehlen. Dieser Befund ist wertvoll, weil er konkret zeigt, welche Quellen die KI-Antworten in Ihrem Markt prägen – und wo Sie ansetzen müssen.

Befund 4: In einem System sichtbar, in anderen nicht

Perplexity nennt Sie, ChatGPT nicht – oder umgekehrt. Das liegt an den unterschiedlichen Datenbasen und Suchindizes der Systeme. Ein solches Ergebnis zeigt: Ihre Inhalte sind grundsätzlich zitierfähig, erreichen aber nicht alle Plattformen. Prüfen Sie in diesem Fall besonders die technische Zugänglichkeit Ihrer Website für die verschiedenen KI-Crawler und die Sichtbarkeit in den jeweils zugrunde liegenden Suchindizes.

Vom Testergebnis zur Verbesserung

Der Selbsttest ist die Diagnose – die Behandlung heißt Generative Engine Optimization (GEO). Dahinter steht ein klar strukturiertes Vorgehen: zitierfähige Inhalte mit klaren Definitionen und Fakten, strukturierte Daten (Schema-Markup), konsistente Unternehmensangaben über alle Plattformen hinweg und der Aufbau von Erwähnungen in vertrauenswürdigen externen Quellen. Die Grundlagen dazu finden Sie in unserem Beitrag Was ist GEO?, die konkrete Umsetzung als Dienstleistung beschreibt unsere Seite GEO & AI Optimization.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Niemand kann eine bestimmte Nennung in KI-Antworten garantieren – die Systeme entscheiden selbst, welche Quellen sie verwenden. Was sich aber nachweislich beeinflussen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit: durch Inhalte, die KI-Systeme verstehen und zitieren können, und durch Signale, die Ihre Firma als vertrauenswürdige Quelle ausweisen. Der wiederholte Selbsttest macht diese Fortschritte messbar.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine KI-Sichtbarkeit testen?

Ein vollständiger Durchlauf des Prompt-Sets pro Quartal ist ein sinnvoller Rhythmus. KI-Systeme aktualisieren ihre Datenbasis laufend, und Wettbewerber optimieren ebenfalls. Nach größeren Website-Umbauten, einem Relaunch oder neuen Inhalten lohnt sich ein zusätzlicher Test nach einigen Wochen.

Warum nennt ChatGPT meine Firma nicht?

Die häufigsten Ursachen: Die Website enthält keine klar strukturierten, zitierfähigen Aussagen zu Leistungen und Standort, es fehlen strukturierte Daten (Schema-Markup), die Firma wird kaum in externen Quellen erwähnt, oder Crawler von KI-Anbietern werden technisch blockiert. Meist ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren.

Sind KI-Antworten bei jedem Nutzer gleich?

Nein. KI-Antworten variieren je nach Formulierung, Chatverlauf, Standort und teils auch je Sitzung. Deshalb sollten Sie jeden Prompt in einer neuen, leeren Unterhaltung stellen und wichtige Fragen zwei- bis dreimal in leicht abgewandelter Form wiederholen, bevor Sie ein Ergebnis bewerten.

Reicht der Selbsttest oder brauche ich zusätzliche Auswertungen?

Der Selbsttest zeigt zuverlässig die Grundtendenz: genannt oder nicht genannt, korrekt oder fehlerhaft. Für belastbare Aussagen über viele Suchanfragen, Regionen und Zeiträume hinweg braucht es systematisches Monitoring mit wiederholten Abfragen. Als Erstdiagnose ist der Selbsttest aber vollkommen ausreichend.

Was ist der Unterschied zwischen KI-Sichtbarkeit und Google-Ranking?

Ein Google-Ranking beschreibt die Position in einer Linkliste. KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob generative Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini eine Firma in ihrer formulierten Antwort nennen, korrekt beschreiben und als Quelle verlinken. Beides hängt zusammen, ist aber nicht identisch: Gute Rankings erhöhen die Chance auf KI-Nennungen, garantieren sie jedoch nicht.

Wie schnell lässt sich fehlende KI-Sichtbarkeit verbessern?

Das hängt vom Ausgangszustand ab. Korrekturen falscher Angaben und strukturierte Daten wirken oft innerhalb weniger Wochen, weil Systeme mit Live-Suche aktuelle Webinhalte einbeziehen. Der Aufbau von Autorität durch Erwähnungen in externen Quellen braucht wie im klassischen SEO mehrere Monate.

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